
Orthodoxe Kirche Karlovy Vary, Krále Jiřího 1039/2,
täglich geöffnet von 9 bis 18 Uhr,
Bushaltestelle Krále Jiřího oder U Jezírka, Linie 4
Gehört die traditionsreiche Kurstadt Karlovy Vary (Karsbad) zum Erzgebirge? Geologen würden mit Nein antworten. Dabei ist die Entfernung zum Gebirgskamm gar nicht groß. Karlsbad verdankt seinen Namen einem Besuch von Kaiser Karl IV. im Jahre 1370. Die Liste berühmter Kurgäste ist lang.
Wie sieht ein üblicher Kurzbesuch der Stadt aus? Man lässt sein Auto im Mündungsbereich des Flüsschens Teplá (Tepl) stehen und läuft die Promenade am Flüsschen auf und ab. Oder man läuft vom Bahnhof aus die Promenade auf und ab. Natürlich ist diese Fußgängerzone mit ihren kostenlosen Mineralwässern aus warmen Quellen eine Hauptattraktion. Doch verstecken sich durchaus einige Sehenswürdigkeiten in den Seitenstraßen.
Die den Aposteln Peter und Paul gewidmete orthodoxe Kirche (tschechisch Pravoslavny Kostel Svateho Petra a Pavla, russisch Церковь Святых апостолов Петра и Павла) ist die zweite von drei unter dem Architekten Gustav Wiedermann (1850-1914) errichteten neobyzantinischen Kirchen. Die notwendigen Gelder wurden überwiegend unter serbischen und russischen Kurgästen gesammelt. Wiedermanns Kirchen sind die ältesten und wohl auch schönsten orthodoxen Kirchen Tschechiens. Sie könnten einem
Märchenbuch oder -film entsprungen sein.
Außen werden die Gäste von Peter und Paul mit einer hellen Fassade und vergoldeten Zwiebelkuppeln begrüßt. Innen schließt eine schon vor dem Bau entstandene Eichen-Ikonostase des Malers Iwan Tjurin (1824-1904) den Raum ab. Zur Entschleunigung in der Kirche trägt leise eingespielte Musik bei. A-capella-Chöre können ja durchaus nerven. Das ist bei den sanften Mönchsgesängen hier ganz und gar nicht der Fall. Es gibt sogar einige Sitzgelegenheiten. Auch das ist in orthodoxen Kirchen nicht selbstverständlich. Während der Gottesdienste sollten Frauen eine Kopfbedeckung tragen.
Geht man von der Kirche durch den Wald bergauf, so kann man den ebenfalls kostenlosen Aussichtsturm Diana auf der 562 Meter hohen Freundschaftshöhe erklimmen. Und geht man zu den Mineralwasserquellen, sollte man einen eigenen Trinkbecher nicht vergessen.